Matthias Huelsmann, Senior Vice President Logistics bei Bosch Mobility Aftermarket, spricht in dieser Folge des BVL Podcasts mit unserem Host Boris Felgendreher über die Transformation der End-to-End Supply Chain des Aftermarket Geschäfts von Bosch Mobility. Unter anderem geht es dabei um folgende Themen: Einführung & Kontext:
– Vorstellung von Matthias Hülsmann und Einstieg ins Thema: Transformation der Aftermarket-Supply-Chain bei Bosch Mobility.
– Überblick über das Aftermarket-Geschäft: 250.000 Ersatzteilartikel, 157 Länder, 52 Distributionszentren, 16.000 Mitarbeitende. Struktur des Ersatzteilgeschäfts:
– Unterschied PKW/Nutzfahrzeuge, global verteilte Produktionsstätten.
– Hohe Komplexität: 1000 Quellen, 100.000 Lieferadressen, Lieferzeiten 1–4 Monate, Kundenbelieferung in 1–3 Tagen. Kundenfokus & Verfügbarkeit:
– Endkunde als Maßstab der Logistikleistung („lachender Kunde“).
– Ziel: Hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit, ohne Bestände massiv zu erhöhen.
– +11 % Verfügbarkeit in 33 Monaten. Projekt „Promise Chain“ (Start 2023):
– Strategischer Perspektivwechsel: Fokus von funktionaler Optimierung auf Endkunden-Experience.
– Neuer Purpose: „Deliver a Promise of Mobility“.
– End-to-End-Prozesslandkarte von Auftrag bis Auslieferung, neue cross-funktionale Teamstruktur (z. B. „Confirm-A-Promise“, „Plan-A-Promise“ etc.). Historischer Zustand & Notwendigkeit der Veränderung:
– Früher weniger cross-funktional, stärker technisch fokussiert.
– Neue Organisation bringt Agilität und Prozessgeschwindigkeit. Roadmap & Steuerung:
– Kein klassischer 3-Jahresplan, sondern iteratives Arbeiten in 3-Monats-OKR-Sprints.
– Langfristiges Ziel: Amazon-Niveau an Performance im Aftermarket. KPIs & Erfolge:
– Messung über Sortimentverfügbarkeit und Bestandsreduktion.
– 11 % bessere Lieferperformance bei 20 % weniger Bestand.
– Sechs Kunden-Awards in 18 Monaten. Zentrale Hebel der Transformation:
– Inventory Policy: Segmentierung nach technischen/kommerziellen Gütern, ABC-Analyse, 27-Feld-Matrix. → zweistellige Millionenbeträge eingespart.
– Transparenz: Globale Power-BI-Landschaft, weltweite Sicht auf Bestände trotz 5 ERP-Systemen.
– Forecast Accuracy: Advanced Analytics (Holt-Winters, ARIMA), +36 % Genauigkeit. Nutzung historischer Daten & Vehicle-in-Operation-Modelle. Transport & Netzwerk:
– Optimierung weniger zentral als Bestand.
– Luftfracht als Notlösung, Fokus auf Planung statt Reaktion.
– Regional unterschiedliche Strategien (z. B. China vs. Europa). People & Kultur:
– High Performance Supply Chain Teams nach Lencioni-Modell.
– Hohe Motivation und Sinnstiftung als entscheidender Faktor.
– Führung versteht sich als „Blockadenbeseitiger“. Zukunft & nächste Schritte:
– 100 % Verfügbarkeit als Ziel.
– Ausbau von Antizipation, AI & Agententechnologien.
– Ausweitung von Logistik zu End-to-End-Fulfillment gemeinsam mit Einkauf & Produktion. Hilfreiche Links: Bosch Mobility Aftermarket: https://www.boschaftermarket.com/de/de/index.html Matthias Huelsmann auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/matthiashuelsmann/ Boris Felgendreher auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/borisfelgendreher/ BVL: https://www.bvl.de/
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