Kuhattacke, Dürre, EU-Beitritt der Ukraine: Christian und ich nehmen uns drei Themen vor, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Auf den zweiten Blick ziemlich viel.Im Mai 2026 ist in Osttirol wieder eine Frau durch eine Kuhherde tödlich verletzt worden. Christian kennt das Thema wie kaum ein anderer, er war schon beim ersten großen Kuhurteil mittendrin.Wir reden darüber, warum an bestimmten Hotspots Weidewirtschaft und Tourismus nicht mehr zusammenpassen und warum wir in der Rinderzucht über Jahrzehnte auf das Wesen der Tiere vergessen haben, weil nur die Leistungszahlen auf dem Zettel standen.Dann das zweite Thema: Dürre. Christian berichtet, dass in seinem Bezirk über den Winter kaum Niederschlag gefallen ist. Was das für das Grundwasser bedeutet, warum Getreide in Notreife geht und was intensive Beweidung nach dem Vorbild von Allan Savory mit dem Wasserhaushalt im Boden macht, da sind wir zu Erkenntnissen gekommen, die mich zum Nachdenken gebracht haben.Und drittens: der mögliche EU-Beitritt der Ukraine. Ein Land mit rund 41 Millionen Hektar Ackerland, davon rund 60% Schwarzerdeböden. Was passiert, wenn diese Flächen ohne Zollschranken in den EU-Binnenmarkt kommen? Christian und ich sind uns einig, dass das eigentliche Problem nicht die Ukraine ist, sondern die Art, wie wir Landwirtschaft in Europa seit Jahrzehnten denken und fördern.Der rote Faden durch alle drei Themen: Wir haben in der (Land-) Wirtschaft zu oft nur auf Leistung und Effizienz geschaut und die qualitativen Faktoren links liegen lassen. Beim Tier das Wesen, beim Boden die Naturgestaltung und bei der (Agrar-) Politik den Menschen.Wir haben ein wenig diskutiert. Aber was ist mit euch? Was denke ihr zu diesen Themen, welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Schreibt uns oder schreibt es in die Kommentare!00:00:00 Los gehtsBegrüßung, Rückblick auf die erste Folge und Themenübersicht00:03:06 Kuhattacke in OsttirolWas im Mai passiert ist und was sich seit dem Kuhurteil getan hat00:07:55 Wolf, Hund, HerdeWarum in Osttirol mehrere Risikofaktoren zusammentrafen00:11:24 Wegerecht und AlmnutzungBetretungsrecht im Wald und am Berg, Nutzungskonflikte an Hotspots00:17:29 Zucht auf WesenWarum der Charakter von Rindern in der Zucht vergessen wurde00:26:06 Lösungen für die AlmKurse, verlorenes Hirtenwissen und Entschärfung von Hotspots00:29:08 Dürre und BodenwasserFehlende Winterniederschläge, Grundwasser und Notreife beim Getreide00:37:07 Klima oder Wetter?Was sich verändert und wie Bergbauern profitieren und leiden00:42:04 Hecken, Wurzeln, Wasser haltenAusgeräumte Landschaften und wie intensive Beweidung hilft00:55:10 Ukraine und die EUSchwarzerdeböden, Agrarflächen und was ein Beitritt bedeuten würde01:04:01 Preisdruck und SystemfrageBörsenpreise, spanische Schweine und die GAP-Reform01:13:16 Roter Faden und AbschlussWesen, Boden, Ökonomie: Warum wir immer die gleichen Fehler machenKurz-Bio Gast:Christian Bachler führt den Bergerhof in der Krakauebene, den höchstgelegenen ganzjährig bewirtschafteten Hof der Steiermark auf 1.450 Metern Seehöhe. Er hält seltene Nutztierrassen wie Yaks, Ennstaler Bergschecken und Alpenschweine und setzt auf Direktvermarktung statt konventioneller Landwirtschaft. Bekannt wurde er als "Wutbauer" durch seine kritischen Social-Media-Beiträge zur Agrarpolitik und die Rettung seines Hofes durch eine Crowdfunding-Aktion 2020.
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